Der Fall Sarah Oberson

28.09.1985 17.30 Uhr
Sarah verlässt ihr Elternhaus, um ihre Großmutter zu besuchen, wo sie jedoch niemals angekommen ist.

28.09.1985 18:30 Uhr
Das Kind ist verschwunden. Die Eltern nehmen, unterstützt von rund einem Dutzend Personen, die ersten Nachforschungen auf. Das Fahrrad wird am Fuße der Treppe zur Turnhalle gefunden. Gegen 19:00 Uhr haben zwei Jungen Sarah im Schulhof gesehen, der etwa 50 m vom Elternhaus entfernt liegt.

28.09.1985 21:20 Uhr
Herr Claude Oberson, Vater von Sarah, informiert die Einsatzzentrale der Kantonspolizei. Ein Gendarm begibt sich in Begleitung des Dorfpolizisten von Saxon vor Ort. Es erfolgt eine Vermisstenmeldung auf nationaler Ebene, an die Grenzen usw.

28.09.1985 22:15 Uhr
Ein Inspektor der Sicherheitspolizei kommt hinzu.

29.09.1985 03:00 Uhr
Nachforschungen werden ausgesetzt.

29.09.1985 06:00 Uhr
Die Nachforschungen werden unter Beteiligung der Einsatzkräfte der Kantonspolizei wieder aufgenommen. Es wird ein bedeutendes Kontingent an Männern und Mitteln eingesetzt.

In den Räumen des Zivilschutzes ist der Führungsstab der Suchaktionen unter Leitung von Jacques Michelet und Herrn Charly Kohli, Gemeinderichter, einsatzbereit.

Das Dorf wird von einem Fahrzeug mit Lautsprechern durchfahren, mit dem die Suchmeldung verbreitet wird. Darauf folgt eine großartige Solidarität.

Im Hause Oberson ist ständig ein Polizeibeamter anwesend, der die Telefonanrufe entgegennimmt. Es wird ein Suchplan aufgestellt. Aus drei oder vier Personen bestehende Gruppen durchsuchen systematisch den ihnen zugewiesenen Bereich (Häuser, Zisternen, Abwässerkanäle usw.). Nach Abschluss ihrer Arbeit informieren sie den Einsatzstab über das Ergebnis.

Für den rechtlichen Teil wird ein Führungsstab unter Leitung des Kommissars Walter Meichtry in den Räumen der Kantonspolizei in Saxon eingerichtet. Es werden Arbeitsgruppen gebildet, welche Informationen seitens des Untersuchungsausschusses kontrollieren und überprüfen.

30.09.1985
Die lokalen Behörden fordern eine Unterstützung des Militärs für die Suchaktionen an.

SIJ-Inspektoren begleiten die Müllabfuhr bei ihrer Arbeit und prüfen den Inhalt der Abfalltonnen.

01.10.1985
Für die Suchaktionen werden 60 Soldaten zur Verfügung gestellt.

Die folgenden Tage
Bis Freitag, den 4.10., erfolgen intensive Suchaktionen. Ein großes Gebiet zwischen Riddes und Martinach wird minutiös durchkämmt, ebenso die Häuser des Dorfes. Nach rund 10 Tagen werden die Suchmannschaften nach und nach verkleinert.

Auf gerichtlicher Ebene folgen zahlreiche Überprüfungen.

Viele Personen werden verhört. Einige dieser Personen waren während der Kontrollen festgehalten worden.

 

Die Polizei hat unzählige Informationen, die telefonisch, postalisch usw. eingingen, kontrolliert und überprüft. Die Personalien verschiedener Personen wurden in der Schweiz, aber auch im Ausland aufgenommen. Selbst die Angaben von Wünschelrutengängern wurden überprüft. Dabei ist zu beachten, dass dieser Bereich umfangreich ist und einen bestimmten Aufwand erfordert.

Die Familienmitglieder wurden ebenso überprüft wie die Teilnehmer am Wettlauf Saxon-Sapinhaut, Häftlinge auf Hafturlaub, Sexualstraftäter und weitere Personen, die seinerzeit in Saxon wohnhaft waren.

 

Seit 1985 erhalten wir praktisch jedes Jahr Informationen, die von uns geprüft werden.

 

Das Verschwinden von Sarah wird niemals zu den Akten gelegt werden...
... ebenso wenig wie die Fälle aller anderen verschwundenen und niemals wieder gefundenen Kinder.

 

 

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